.. um etwas zu ändern.
Im Moment findet sich viel über die sogenannte Sexismus-Debatte online zum Beispiel hier oder hier.
Das darüber berichtet wird ist richtig und gut- und ein Armutszeugnis für die Gesellschaft. Das man darüber streiten muss ob es ok ist, Frauen auf Körperteile oder Regionen zu reduzieren oder diese zu kommentieren. Ob es ok ist, eindeutige Angebote zu machen, auch wen Frau signalisiert das sie nicht interessiert ist.
Das diese eigentlich logische Grenze immer wieder überschritten wird, ist schwer vorstellbar. Ich bezweifle gar nicht, dass es auch Frauen gibt die diese Grenze immer wieder überschreiten und ich glaube auch, dass das bestimmt nicht in Ordnung ist und genauso besprochen werden muss.
Dennoch: Die Sexismus-Debate zeigt, dass die angeblich veraltete Emanzipation immer noch wichtig ist- für beide Seiten. Denn auch Männer dürfen sich immer noch Emanzipieren.
Seit einer Weile wird im Internet über die Neuerungen der Werbebranche wie Mädchen Ü-Eier oder aber Frauen-Stifte in rosa gesprochen. Über Frauenquoten in Führungspositionen und der Politik. Über Arbeit und Kinderbetreuung. Und nun auch über den alltäglichen Sexismus.
Gestern war dies wohl auch Thema bei SternTV (ich habe es nicht gesehen) aber gelesen, dass es nicht besonders ergiebig war. Außer das nun viele über Anne Wizorek reden. Sie hat die englische Idee aufgegriffen, auf Twitter Sexismus-Begegnungen zu teilen. Im englischen mit dem Hashtag shoutback, im deutschen nun mit Aufschrei.
Da ihr Twitter aber zu kurz lebig ist, hat sie nun auch eine Internetseite (klick hier) gegründet in der Frauen ihre Begegnungen mit Sexismus, Rassismus oder dergleichen teilen können.
Die Beiträge zeigen wie oft und wie vielen Formen Diskriminierung noch herrscht. Und das man dagegen etwas tun muss.
Einige Beispiele:
"Der "Kollege", der mich auf einer Geschäftsreise - auf der ich die
einzige Frau bin und zudem noch recht jung - permanent diskreditiert,
sexistische Witze reißt, mir abwertende Spitznamen gibt und mich in
Gesprächen mit Geschäftspartnern abwürgt und bloß stellt."
"am Kotti mit einer Freundin unterwegs, ein Mann hinter uns raunt uns zu
"Ich nehm euch beide von hinten"
(es war tagsüber und wir waren "normal" angezogen - es stimmt nicht,
dass so etwas nur passiert, wenn man sexy angezogen ist oder nachts
unterwegs ist. - wobei so ein Kommentar natürlich in keiner Situation
berechtigt ist)"
"Die Scham, als ich bei einer Hochzeit hochschwanger von meinem Gegenüber
erfuhr, wie sexy er die riesengrossen Schwangerschaftstitten findet und
dabei mit beiden Händen Grapschbewegungen machend - die meisten der
Anwesenden fanden dies höchst amüsant..."
"Der Fahrlehrer der Ferienfahrschule, der mir bei den täglichen
Fahrstunden immer eine Hand auf den Oberschenkel legte. Weil wir uns
doch so gut verstehen ..."
Natürlich gibt es keine ultimative Lösung, können Webseiten und Blogs nicht sofort helfen. Aber nichts tun hilft erst recht nicht. Und wenn die Diskussion und das Sammeln von den Erlebnissen wenigsten einige Männer anregt ihr Verhalten, dass ihnen (trauriger weiße) vielleicht nicht bewusst ist, zu überdenken so kann es dennoch helfen etwas zu verändern. Im Kleinen, im Einzelnen. Aber genau das ist oft der Beginn von Veränderungen.
Aber vor allem hilft es Frauen- das komplett unbegründete und blödsinnige Schamgefühl endlich los zu werden. Denn nur weil ich nen dicken Hintern, große Brüste oder tolle Harre hab, ist das noch lange kein Grund mich oder jemand anderen deshalb darauf anzusprechen und sexuelle Bemerkungen dazu zu machen.
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